Sam 10 Jahre
*2000
VK 1,2
Heelwork/Dogdance
Fährten
Ich kann mich noch daran erinnern, als wäre es gestern gewesen...
Ich zog mit meiner Schwester los um zwei Welpen von einem Bauernhof anzuschauen. Ok, bei dem Anschauen blieb es nicht, aber was sich mir da bot... mir fehlen heute immer noch die Worte zu sowas... Der Bauer zeigte uns einen Zwinger in einem Kälberstall, der glaub ich wenn überhaupt auch nur 1 kleines Fenster hatte... zwei kleine Welpis waren noch da. Der eine kam sofort gerannt und zwickte mich in der Nase und der andere kauerte armselig in der Ecke und wollte wohl nicht gesehen werden... Da entschied das Herz über den Verstand... stinkend nach Kuh bezahlte ich noch einen wahren Wucherpreis für einen nicht geimpften und nicht entwurmten Welpen. Aber trotz allem habe ich die richtige Entscheidung getroffen...
Sam war alles andere als ein einfacher Hund. Er kannte ja nix außer seinen Kühen. Mühsam lehrte ich ihn, daß sich nicht hinter jeder Ecke große böse Border Collie fressende Monster verstecken, daß eine herunterfallende Gabel einen nicht umbringt und daß Putzlappen durchaus nett sein können,...
Nach einer länger als gewöhnlichen Eingewöhungsphase begann ich mit ihm auf dem Hundeplatz in der Welpenstunde. Schnell hatten wir beide Blut geleckt und Sams Vertrauen in mich war so groß, daß wir sehr schnell schöne Fortschritte machten.
Zu der Zeit war es noch nicht erforderlich für den Vierkampf eine Begleithundeprüfung zu haben und relativ früh starteten wir auf unseren ersten Wettkämpfen.
Sam war ein wahrer Verlaßhund. Alles was er einmal gelernt hatte führte er immer zuverlässig aus. Hier konnten wir so den ein oder anderen 1. Platz verbuchen.
Leider blieb das Glück nicht lange und ich bemerkte immer wieder beim Training, daß Sam sich vor Hindernissen fürchtete oder einen riesen Bogen um sie machte. Nach ca. 1 Jahr faßte ich allen Mut zusammen und fuhr zu einem Ophtalmologen. Der ein oder andere erklärte mich für verrückt und schob sein Verhalten auf seine schlechte Vergangenheit, aber ich behielt recht...
Sam hatte Catarakt und leider auch noch PRA - das eine operabel, führt das andere dennoch zu Blindheit, entschloß ich mich ihn den Strapazen der OP nicht auszusetzen. Zumal er 1/2 Jahr vorher schlimm an Borreliose erkrankt war.
Die Hundesportkarriere hing ich sofort an den Nagel, wir begannen just for fun mit der Fährtenarbeit und mit Heelwork/Dogdance.
So ist mein kleiner Sam nun heute 10 Jahre alt, older, wiser aber kein bißchen slower. Er liebt es immer noch zu Fährten, verweist mir sogar das Balli auf der Fährte. Spielt immer noch für sein Leben gerne mit der Frisbee und dem Ball, auch wenn man mich dann durch sämtliche Täler "Vorsicht..." schreien hört "...Baum"
In den 10 Jahren hatte ich keinen einen Tag, an dem ich nicht etwas neues über Sam erfahren hätte... Durch ihn lernte ich den Umgang mit verhaltensauffälligen, ängstlichen und blinden Hunden. Durch ihn lernte ich sehr viele neue Menschen kennen, die mir bis heute geblieben sind.
Ein Leben ohne ihn wäre nur halb so schön geworden.
Sam ist immer an meiner Seite, er ist mein Seelentröster und mein treuester Freund.
Einen großen Dank hier an dieser Stelle an Gabi Maue, die uns einen "neuen" Weg gezeigt hat.